Hallo Freunde,
wer von euch maxt eigentlich sein ChatGPT/Claude-Abo aus? Und was fĂŒr ein Token-Budget habt ihr bei eurem Arbeitgeber?
Bei OpenAI sind solche Budgets Peanuts (Pun intended). Noam Brown, einer der bekanntesten Forscher dort, hat im Interview mit Dwarkesh Patel erzĂ€hlt, dass einige Kollegen Tokens im Wert von 7.000-8.000 Dollar verbrauchen. Am Tag! Selbst wer im Mittelfeld liegt, kommt laut OpenAI auf ĂŒber 600 Dollar tĂ€glich. Und die Kurve geht laut Brown steil nach oben.
Es gibt SchÀtzungen, dass wir den KI Labs beim Token-Verbrauch zwei bis drei Jahre hinterhinken. Da kommt was auf uns zu!
DANKE auch fĂŒr eure RĂŒckmeldungen zu unserem Modellkompass und den Top 100. Schreibt uns gerne weiter, was euch noch helfen wĂŒrde, und wir bauen mehr davon. Postfach ist offen. Einfach an [email protected].
Peanuts fĂŒr heute:
đ§ Die GroĂe Nuss: Spionage bei OpenAI. Es ist nur der Anfang!
đ Highlight: Meta ist zurĂŒck an der KI-Spitze!
đ ïž Trai it Out: Neue Google-App: Alles auf deinem Mac mitschreiben, lokal und ohne Cloud


đïž Spionage bei OpenAI. Es ist nur der Anfang!
Ende September kontrolliert ein Sicherheitsteam von OpenAI den Konferenzraum der Firmenleitung auf versteckte Mikrofone. Das ist Routine, doch diesmal wird es fĂŒndig. Hinten im Fernseher steckt ein daumengroĂes GerĂ€t mit Mikrofon und Speicherkarte, eingewickelt in Klopapier. Online bekommt man so ein Teil schon fĂŒr rund 15 Dollar.
OpenAI hat innerhalb kĂŒrzester Zeit den mutmaĂlichen TĂ€ter gefunden, einen Engineer aus dem eigenen Produktteam. Wochen vorher soll er einen internen KI-Assistenten gefragt haben, wo sich die Firmenleitung trifft und wo externe Partner empfangen werden. Die Bauanleitung soll er sich ausgerechnet im ChatGPT-Account seiner Ehefrau geholt haben. Wie baut man einen Rekorder, der ununterbrochen aufnimmt? Wie hört man live mit? Wie verschlĂŒsselt man die Speicherkarte? Er soll sich also vom Produkt seines Arbeitgebers haben erklĂ€ren lassen, wie man den Arbeitgeber abhört.
OpenAI schaltet das FBI ein und hĂ€ngt eine versteckte Kamera in den Raum. Und tatsĂ€chlich. FĂŒnf Tage spĂ€ter filmt die Kamera den Engineer, wie er hinter den Fernseher schaut (siehe Bild!). Am selben Tag vergisst er seine Tasche im Druckerraum, darin ein zweites GerĂ€t derselben Bauart. Als er die Tasche am nĂ€chsten Tag abholt, meldet er Kreditkarte, Bargeld, AirPods und Sonnenbrille als gestohlen. Das AufnahmegerĂ€t erwĂ€hnt er nicht.
Wenige Tage spĂ€ter nimmt ihn das FBI fest, drei Tage vor einem gebuchten One-Way-Flug nach Saudi-Arabien. Angeklagt ist er wegen Abhörens, es drohen bis zu fĂŒnf Jahre Haft. Spionage fĂŒr einen anderen Staat wirft ihm bisher niemand vor, dafĂŒr wirkt das Ganze auch zu dilettantisch.
Im Netz wurde der Fall schnell zum Meme. Bei OpenAI hatte man sich auf solche Versuche aber schon lĂ€nger eingestellt. Und das verrĂ€t einiges darĂŒber, wohin die KI-Branche steuert.
Vorsicht vor Verehrern
Laut Wall Street Journal schult OpenAI seine Leute seit einiger Zeit gegen Spionage. Flirtet jemand plötzlich auffÀllig, sollen die Mitarbeiter misstrauisch werden. Gewarnt wird auch vor dem netten Fremden auf dem Spielplatz, der beim Smalltalk auffÀllig schnell beim Job landet. Whiteboards sollen nach Meetings gewischt werden, falls jemand das Reinigungspersonal anwirbt. Anthropic und Google warnen ihre Leute Àhnlich.
Das klingt nach Kaltem Krieg, ist bei kritischer Technologie aber lĂ€ngst Alltag. Beim niederlĂ€ndischen Konzern ASML, der kritische Maschinen fĂŒr modernste Chips baut, haben Insider immer wieder GeschĂ€ftsgeheimnisse gestohlen. Einer bekam drei Jahre Haft, weil er Unterlagen nach Russland weitergegeben hatte.
Neu ist, dass KI-Labore jetzt in dieser Liga spielen. Bleibt die Frage, was in einem Konferenzraum so viel wert ist.
Das wertvollste Geheimnis passt in einen Satz
Den Raum durften nur FĂŒhrungskrĂ€fte und ihre Assistenz buchen. Besprochen wurden dort Forschung, ProduktplĂ€ne, Partnerdeals und GesprĂ€che mit Regierungsvertretern. FĂŒr Konkurrenten, Investoren oder fremde Staaten wĂ€re das ein Fenster in die nĂ€chsten Monate von OpenAI.
Dazu kommt eine Eigenheit der KI-Branche. Ein Modell besteht aus seinen Gewichten, also Milliarden gelernter Zahlen in einer riesigen Datei auf bewachten Servern. Die Ideen fĂŒr ein besseres Modell sind dagegen oft nur ein Trick oder eine bessere Datenmischung, erklĂ€rt in ein paar SĂ€tzen. Genau solche SĂ€tze fallen in Meetings.
Ob das GerĂ€t etwas mitgeschnitten hat, ist offen, denn die Speicherkarte lieĂ sich laut FBI weder auslesen noch entschlĂŒsseln. OpenAI sieht keine Hinweise, dass Modellgewichte, Quellcode oder Kundendaten abgeflossen sind.
Dass ausgerechnet das gesprochene Wort die Schwachstelle der KI-Labore sein könnte, stand schon im April 2025 in einem Szenario namens AI 2027.
Das Drehbuch von AI 2027
AI 2027 stammt von einem ehemaligen OpenAI-Forscher und vier Mitautoren, die sehr genau wissen, wovon sie reden. Es erzĂ€hlt Monat fĂŒr Monat, wie ein fiktives US-Labor namens OpenBrain (wer könnte das wohl sein?) bis Ende 2027 eine Superintelligenz baut. Anderthalb Jahre spĂ€ter liegt es an einigen Stellen erstaunlich nah an der RealitĂ€t.
Spionage ist darin der Wendepunkt. Chinesische Agenten sitzen lĂ€ngst im Labor und greifen Ideen ab, die sich oft einfach mĂŒndlich weitergeben lassen. Im Februar 2027 stehlen sie dann das komplette Modell, in unter zwei Stunden. Erst nach diesem Diebstahl rĂŒckt der Staat ins Labor. In der Wirklichkeit reicht dafĂŒr schon ein BastelgerĂ€t fĂŒr 15 Dollar. Der oberste Geheimdienstkoordinator der USA erklĂ€rt den Fall zur Frage der nationalen Sicherheit, und OpenAI sucht per Stellenanzeige jemanden fĂŒr abhörsichere RĂ€ume, wie man sie sonst aus Behörden kennt.
Als NĂ€chstes wird es im Szenario unbequem. Im Mai 2027 werden Sicherheitsfreigaben Pflicht, und manche Leute ohne US-Pass, mit verdĂ€chtigen Ansichten oder mit zu lauten Sorgen um KI-Sicherheit werden aussortiert. Die Debatte lĂ€uft schon. Katrina Mulligan aus OpenAIs Team fĂŒr nationale Sicherheit nannte auslĂ€ndische FachkrĂ€fte im April noch ein strategisches Gut. Seit der Festnahme wird wieder heftig gestritten, ob sich US-Techfirmen mit ihnen Spione ins Haus holen.
Danach dreht das Szenario richtig auf. Die Forscher finden Hinweise, dass ihre KI heimlich eigene Ziele verfolgt, ein Whistleblower geht an die Presse, und am Ende sitzt die Regierung mit im Aufsichtsgremium des Labors. Den letzten chinesischen Spion hat sie da lĂ€ngst gefangen, indem sie die Mitarbeitenden abhören lieĂ.
Ende September sucht OpenAI noch selbst nach versteckten Mikrofonen. Im Drehbuch von AI 2027 hört bald der US-Staat mit.

đ Trai it out:

Google Notetaking auf dem Mac. Ohne Cloud und alles lokal.
Google hat still und leise eine native Mac-App veröffentlicht, die Notizen zu allem macht, was du am Rechner tust. Komplett auf dem GerÀt, ohne Cloud. Foresight lÀuft im Hintergrund, beobachtet deine AktivitÀten in anderen Apps und erstellt daraus strukturierte Notizen, auf die du spÀter zugreifen kannst. Eigentlich wirkt das wie ein Feature und rechtfertigt wohl keine eigene App. Aber praktisch sind diese Anwendungen auf jeden Fall.
Es ist schon auffĂ€llig, dass sowohl der Name als auch die Umsetzung verdĂ€chtig nach einer Microsoft-Produktstrategie klingen, und der Safari-Downloadlink auf der eigenen Seite nicht funktioniert. Wer trotzdem neugierig ist und kein Problem mit dem Gedanken hat, dass eine Google-App alles auf dem eigenen Mac mitliest, findet hier einen frĂŒhen Blick darauf, was "on-device KI" im Alltag konkret bedeuten könnte. Link
Tools kurz & knackig:
GLM-Legal von Z.ai â Spezialisiertes Modell fĂŒr Recht & Vertragsanalyse, Beweisauswertung und Compliance-Recherche, auf Wunsch im direkten Vergleich mit generischen Chatbots testbar (Zugang per Bewerbung, Gegenlesen durch echte Juristinnen Ja ltrotzdem empfohlen).
Tiny Little Office â Kleines Browser-Office-Suite ohne Account, ohne Speicherung in der Cloud, bei dem die URL das Dokument ist.
Consensus â Open-Source-Tool, das zu jeder Frage Tausende Posts aus X und Reddit auswertet und zeigt, was echte Menschen mehrheitlich glauben.
UX/UI Agent Skills â System-Prompt-Sammlung, die Claude in einen Senior Design Architect verwandelt und produktionsreife UI-Komponenten generiert.
past.dev â Langzeit-GedĂ€chtnis fĂŒr KI-Agenten, das auch im Team funktioniert und sich mit einem einzigen Prompt in bestehende Stacks einbinden lĂ€sst.
SEO-Skills fĂŒr Claude Code â Open-Source-Repo mit System-Prompts, die technische SEO-Audits, SERP-Analysen und Content-Optimierung direkt in Claude Code oder Cursor ermöglichen.

đđŹ Gemischte TĂŒte
đ Must Reads:
Unsere Gemischte TĂŒte ist immer vollgepackt - in dieser Sektion kuratieren wir die aus unserer Sicht wichtigsten Links:
Meta ist zurĂŒck an der KI-Spitze. Das sagt zumindest Mark Zuckerberg ĂŒber Metas neue Modellfamilie Muse. Muse Wonder ist laut Meta fĂŒr KI-Assistenten gebaut, die selbststĂ€ndig Aufgaben erledigen und sich ĂŒber mehrere GesprĂ€che hinweg merken, was wichtig ist. Entwickler nutzen es ĂŒber Metas API, die Variante Muse Wonder Full gibt es nur im Bezahl-Abo Muse Code. Das offene Modell Muse Spark Open kann man laut Meta sogar selbst auf zwei Mac Studios von Apple betreiben. Ein unabhĂ€ngiger Test mit SteuererklĂ€rungen gibt Zuckerberg teilweise recht. Muse Wonder schnitt dort am besten ab, kostete aber rund drei Dollar pro Aufgabe und versuchte in einem von 50 FĂ€llen, die Lösung einfach im Netz nachzuschlagen. Link, Link 2
Googles neues KI-Modell Gemini 4 Argon steckt ab sofort in der Gemini-App und im KI-Modus der Google-Suche. Je nach Dienst braucht man dafĂŒr ein Pro- oder Ultra-Abo, Entwickler kommen ĂŒber die API ran. Spannender als die ĂŒblichen Testrekorde sind Googles Beispiele aus der Praxis. Bei Google selbst muss seitdem knapp ein Drittel weniger Code wieder zurĂŒckgenommen werden. Die Sicherheitsfirma Wiz fand mit Argon eine LĂŒcke in kritischer Gesundheitsinfrastruktur, die inzwischen geschlossen ist. Und Google-Forscher machten eine Open-Source-Software, die den Aufbau von MolekĂŒlen berechnet, bis zu 2,3-mal schneller. UnabhĂ€ngig bestĂ€tigt ist davon bisher nichts. Link, Link 2
Anthropic will 5 Prozent der eigenen Firma an einen gemeinnĂŒtzigen Fonds abgeben. Das Unternehmen hinter Claude braucht dafĂŒr noch die Zustimmung seiner Investoren. Steigt der Firmenwert weiter, kann der Vorstand nachlegen. Zusammen mit Ă€lteren Zusagen der GrĂŒnder und Mitarbeitenden sollen so rund 20 Prozent von Anthropic dem Gemeinwohl zugutekommen. Der Fonds könnte gemeinnĂŒtzige Organisationen fördern oder Menschen direkt helfen, deren Job durch KI unter Druck gerĂ€t. Details will Anthropic in den nĂ€chsten Monaten nachreichen. Elon Musk konterte auf X und versprach, im nĂ€chsten Jahr jedem Kind in den USA eine SpaceX-Aktie zu schenken. Wie das gehen soll, lieĂ er offen. Link, Link 2
đȘđș EU & Deutschland:
Die deutsche Bundesregierung plant eine groĂe KI-Partnerschaft mit Nvidia, unterstĂŒtzt mit Hunderten Millionen Euro Fördergeldern, unter Beteiligung von Siemens, Audi und Deutscher Telekom. Link
Nvidia-Chef Jensen Huang sagt, dass Deutschland ein tolles Land mit vielen talentierten Menschen ist, aber bei der Entwicklung von KI hinterherhinkt. Link
đ©âđ» Tech-News:
Anthropic bewirbt mit Claude Slides eine neue Funktion seines Chatbots Claude zum Erstellen von PrÀsentationsfolien. Link
Anthropic warnt, dass sich KI-Agenten selbst replizieren und auf gewöhnlicher Hardware wie Spielkonsolen oder smarten TĂŒrklingeln ausbreiten könnten. Link
Microsoft-Chef Satya Nadella fordert externe Kontrollmechanismen, die KI-Modelle ĂŒberwachen und bei Fehlfunktionen jederzeit stoppen können. Link
Entwickler beobachten einen Leistungssprung von rund 1,1 Punkten, wenn der Nutzer den Namen âIlyaâ trĂ€gt. Ilya Sutskever ist Platz 2 auf unserer Top 100 und der Grund dafĂŒr. Irre! Link
Der Vorwurf, OpenAIs Navier-Stokes-Lösung habe die Arbeit zweier spanischer Forscher kopiert, scheint falsch zu sein. Link
Anthropic hat innerhalb von fĂŒnf Monaten ein eigenes GitHub gebaut, da Agenten viel mehr Code schreiben als jemals zuvor. Link
Anthropic gewĂ€hrt externen PrĂŒfern mitarbeiterĂ€hnlichen Zugang, um seine Sicherheitspraktiken unabhĂ€ngig bewerten zu lassen. Link
Ein Sicherheitsingenieur empfiehlt offene KI-Modelle wie GLM-5.3 statt ChatGPT und Claude, wegen mehr PrivatsphÀre und weniger EinschrÀnkungen. Link
Die Sicherheitsfirma XBOW fand mithilfe von OpenAIs GPT-5.6 Sol in sechs Tagen eine kritische Chrome-LĂŒcke und erhielt dafĂŒr 250.000 Dollar von Google. Link
Andrej Karpathy schÀtzt, dass nur rund 5.000 Menschen internen Zugang zu den fortschrittlichsten KI-Systemen haben. Link
Anthropic bereitet Medienberichten zufolge eine Finanzfunktion fĂŒr Claude vor, die Bankdaten analysiert und Dashboards erstellt. Link
đ» Agentic Engineering:
Anthropic verdient mit seinem 200-Dollar-Abonnement deutlich mehr als bisher angenommen, da die Bereitstellung der KI-Modelle vergleichsweise gĂŒnstig ist. Link
Anthropic gibt an, eine eigene Technologie gegen Modell-Diebstahl per API-Abfragen (Destillation) entwickelt zu haben, der schÀtzungsweise 5 bis 7 Prozent des Umsatzes ausmachte. Link
đ Geopolitik & AI Race:
đ· Arbeitswelt:
Die ersten Opfer durch KI: Getty Images will Insolvenz anmelden und privatisiert werden. Link
Die Zahl der Callcenter-Jobs geht messbar zurĂŒck, da Unternehmen verstĂ€rkt KI-Systeme fĂŒr den Kundenservice einsetzen. Link
Ein Anthropic-Forscher rÀt Doktoranden in einem Vortrag, ihre Karriereplanung als nicht mehr stabil zu betrachten und tÀglich KI zu nutzen. Link
đ AI Safety & Governance:
Bank of America stellt rund 1.000 VertragskrÀfte ein, um Softwarefehler zu beheben, die KI-Systeme aufgedeckt haben. Link
OpenAI macht Fortschritte dabei, durch ChatGPT ausgelöste Wahnvorstellungen bei Nutzern zu verhindern. Link
Meta erlaubt sich in neuen AGBs, Websites von GeschĂ€ftskunden zu scrapen und die Inhalte fĂŒr eigene KI-Produkte zu nutzen. Link
OpenRouter berichtet von anhaltenden Cyberangriffen auf seine Systeme ĂŒber Tage und hĂ€rtet seine Infrastruktur. Einige Nutzer-Keys wurden bereits gestohlen. Link
đš Kreativ & Medien:

đ§ Salty Memes:


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