🧠 „Willkommen in der AGI-Ära“? OpenAI stellt GPT-6 Astra vor.
PLUS: Das schnellste Videomodell der Welt
Hallo Freunde,
bis letzte Woche hat es länger gedauert, ein KI-Video zu erstellen, als es anzuschauen. Das ist jetzt vorbei. Ein neues Modell generiert 15 Sekunden Video in rund 9 Sekunden. Und sobald Video schneller erzeugt werden kann, als es abgespielt wird, kann man einen unendlichen Livestream automatisieren. Auf Twitch läuft nun ein Stream und die Zuschauer können abstimmen was ungefähr als nächstes passieren soll. Theoretisch sind wir nun von „Text-to-Video“ zu „Text-to-TV“ gekommen. Das Tool, das dafür genutzt wird, findet ihr in der Tool-Sektion.
Los geht's.
Peanuts für heute:
🧠 Die Große Nuss: OpenAI stellt GPT-6 Astra vor
📊 Highlight: Drei KI-Labs, Drei Modell-Releases
🛠️ Trai it Out: KI-Video schneller generieren als abspielen


🧠 „Willkommen in der AGI-Ära“? OpenAI stellt GPT-6 Astra vor.
Diese Woche war absurd. Ein KI-Release jagt den nächsten. Innerhalb von drei Tagen haben vier der großen KI-Labs neue Spitzenmodelle vorgestellt.
Anthropic hat Claude Fable 5.1 rausgebracht, vor allem für lange Coding- und Wissensarbeit. Google veröffentlichte Gemini 3.8 Flash für Coding und agentische Aufgaben. Meta kam mit Muse Spark 1.3 und versprach ziemlich unbescheiden Frontier-Leistung, die fast zu billig sei, um sie noch zu messen.
Und dann kommt OpenAI mit GPT-6 Astra.
Greg Brockman, Mitgründer und Präsident von OpenAI, beendete das Pressebriefing mit den Worten „Welcome to the AGI era“.
AGI steht für Artificial General Intelligence und ist der heilige Gral der KI-Labs. Erreichen wollen sie AGI alle, auch wenn es nicht wirklich eine präzise Definition gibt. Grob gesagt handelt es sich um eine KI, die in der Lage ist, eine Vielzahl unterschiedlicher geistiger Aufgaben mindestens auf menschlichem Niveau zu bewältigen. Laut Brockman hat OpenAI dieses Ziel erreicht.
Drei Tage später veröffentlichte OpenAIs Chief Scientist Jakub Pachocki einen deutlich weniger feierlichen Text. Er schreibt, dass derzeit kein KI-Labor KI-Sicherheit weit genug gelöst habe, um noch lange verantwortbar mit maximalem Tempo weiterzuskalieren.
Wie passt das zusammen? Die Antwort steckt in Astra selbst.
Astra kann plötzlich viel mehr Arbeit selbst erledigen
Brockman nennt Computer Use als einen der größten Fortschritte des Modells. Astra kann zunehmend dieselben Oberflächen benutzen wie wir. Es schaut auf den Bildschirm, bewegt die Maus, tippt und arbeitet sich durch Browser, Tabellen oder Unternehmenssoftware.
Brockman nennt Computer Use deshalb einen „universellen Konnektor“.
Die Verbesserung in Computer Use zeigt sich vor allem bei der ARC-AGI-3 Benchmark. Im April haben wir schon über den Benchmark gesprochen. Dabei bekommt das Modell kleine, unbekannte Spielwelten und muss selbst herausfinden, welche Regeln es gibt und was das Ziel ist. Im April konnten Menschen alle Aufgaben leicht lösen, aber die besten Modelle schafften nur 0,51 Prozent.
Fünf Monate später erreicht das Modell Astra nun 99,9 Prozent!
Die Macher von ARC nennen Astra einen großen Sprung Richtung AGI, sehen aber noch zu wenig Evidenz für das AGI-Label. Die nächste Benchmarkgeneration soll offenere Fähigkeiten stärker prüfen.
OpenAI benutzt KI inzwischen, um bessere KI zu bauen
Der spannendste Astra-Fakt steckt aber gar nicht in einem Benchmark.
OpenAI hatte sich vorgenommen, bis September 2026 einen „automated research intern“ zu entwickeln. Gemeint ist ein Agent, der unter menschlicher Anleitung eine Forschungsaufgabe erledigen kann, für die ein qualifizierter Forscher mehrere Tage brauchen würde. OpenAI gibt im Astra-Release bekannt, dass sie es nun geschafft haben.
Das klingt erstmal nicht so spannend, aber das ist genau das, was Pachocki, dem Chief Scientist von OpenAI, so große Sorgen bereitet. Leistungsfähigere Modelle helfen Forschern bei Code, Experimenten und technischen Problemen. Diese Arbeit fließt in die nächste Modellgeneration. Die kann anschließend größere Teile der Forschung übernehmen.
Wenn sich diese Schleife irgendwann weitgehend selbst verstärkt, spricht man von recursive self-improvement, kurz RSI.
So weit ist Astra heute noch lange nicht. Selbst bei erfolgreichen Aufgaben, für die ein Mensch schätzungsweise vier bis acht Stunden gebraucht hätte, war zuletzt in mehr als der Hälfte mindestens ein menschlicher Eingriff nötig.
GPT-6 ist ab jetzt verfügbar!
Wir haben GPT-6 Astra noch nicht ausgiebig testen können. Seit gestern ist das Modell in deutschen Pro-Accounts verfügbar. Plus-Nutzer erhalten Astra zunächst in Work und Codex. Früher oder später werden alle OpenAI-Abonnements das neue Modell nutzen können.
Auch die EU konnte den Zugang diesmal nicht verzögern. OpenAI hat die nötigen Unterlagen für den EU AI Act eingereicht und nennt den 3. September ausdrücklich als Tag, an dem Astra auf den europäischen Markt gebracht wurde.
Für erste Einschätzungen zum Modell können wir uns auf die Kommentare von Early-Access-Nutzern verlassen. Bei Computeranwendungen, Programmierung und 3D halten sie Astra für einen enormen Fortschritt. Für Frontend- und Webdesign soll Anthropics Fable 5.1 weiterhin besser sein. Ob das schon für Brockmans „AGI era“ reicht, bleibt eine Definitionsfrage.
Klarer ist, wohin sich die KI-Produkte gerade bewegen. Grok Bot hat gerade gezeigt, wie mächtig mehrere dauerhaft verfügbare Agenten werden können, wenn jeder seinen eigenen Computer in der Cloud bekommt und selbstständig Aufgaben erledigt.
OpenAI hat mit ChatGPT Work bereits einen Agenten für längere Aufgaben. Mit Astras Computer Use wäre der nächste logische Schritt, daraus mehrere persistente Agenten zu machen, die parallel unterschiedliche Jobs übernehmen können.
Am 29. September findet OpenAIs DevDay statt. Wenn wir eine Prognose in den Ring werfen, dann diese: OpenAI zeigt dort, wie Astra genau in diese Richtung eingesetzt werden soll.
Wir melden uns, wenn wir richtig lagen. Wenn nicht, kehren wir das selbstbewusst unter den Teppich.


Ab heute gibt es am ersten Dienstag des Monats eine neue Rubrik. Zusammen mit Digitale Optimisten, dem Newsletter, der jede Woche konkrete Geschäftsideen verschickt, nehmen wir uns einmal im Monat eine dieser Ideen vor.
Digitale Optimisten liefert die Geschäftsidee und wir bauen den passenden KI-Stack dazu.
🍏 Die Geschäftsidee:
Interview-Simulator für die, die Jobs besetzen
🍏 Die Idee: Ein KI-Simulator, der Unternehmen hilft, ihre Mitarbeiter für Bewerbungsgespräche zu schulen. Aber nicht für die Bewerber, sondern für die Interviewer. Danach gibt es eine Auswertung, die zwei Dinge überprüft: Hast du allen Bewerbern die gleichen Fragen gestellt und sie gleich bewertet? Und hast du rechtlich problematische Fragen vermieden, wie z.B. nach einer Schwangerschaft oder Gewerkschaftsmitgliedschaft zu fragen?
🥜 Der AI-Peanuts KI-Stack:
Einen KI-Bewerber zu bauen, ist inzwischen erstaunlich einfach. Schwieriger ist die Frage: Woher weiß die KI anschließend, ob das Gespräch gut geführt wurde?
Dafür würden wir zuerst etwa 30 Bewerbungsgespräche von einem erfahrenen HR-Profi bewerten lassen. Welche Fragen waren gut? Wo hätte die Führungskraft nachhaken müssen? Welche Frage war problematisch? Diese Beispiele werden später zur Vorlage für die KI.
Die Gespräche können direkt in Synthesia stattfinden. Das Tool kennt ihr wahrscheinlich von KI-Videos mit Avataren. Seit Juli können die Avatare auch live zurückreden. In den neuen Roleplay Sessions legst du einen Bewerber samt Persönlichkeit an und führst anschließend ein echtes Gespräch mit ihm. Synthesia kann das sogar schon selbst bewerten. Für ein Produkt wie Sitzprobe würden wir diese Bewertung aber viel stärker an die Regeln des jeweiligen Unternehmens anpassen.
Alternativ kannst du echte oder gespielte Bewerbungsgespräche mit MacWhisper transkribieren. Das Tool nutzen wir selbst ständig. So bekommst du aus jedem Gespräch einen Text, den du zusammen mit der Bewertung des HR-Experten für die KI verwenden kannst.
Am Ende muss man nur noch prüfen, ob die KI wirklich ähnlich urteilt wie der Experte. Genau dafür gibt es Braintrust. Du lässt verschiedene Versionen deiner Bewertung über dieselben 30 Gespräche laufen und siehst, welche am häufigsten zum gleichen Ergebnis kommt wie der Experte.
Synthesia für das Training. MacWhisper für die Gespräche. Braintrust für die Qualitätskontrolle.
Für mehr Details und Informationen zum Starten dieser und weiterer Geschäftsideen abonniert gerne den kostenlosen Newsletter von Digitale Optimisten.

🛠 Trai it out:
fal H3 Max Director
Schneller Videos generieren, als man sie anschauen kann. Davon haben wir euch im Intro erzählt. Das Modell hinter dem Livestream aus dem Intro stammt ursprünglich von MiniMax, einem chinesischen KI-Unternehmen. MiniMax hat sein neues Videomodell H3 mit offenen Modellgewichten veröffentlicht. fal hat H3 genommen, mit neuen Daten weitertrainiert und gleichzeitig die Software optimiert, mit der das Modell auf GPUs ausgeführt wird. Anstatt also nur mehr Rechenleistung einzusetzen, haben sie Modell und Infrastruktur gleichzeitig auf Geschwindigkeit getrimmt. Das Ergebnis heißt H3 Max und schafft fünf Sekunden Video in weniger als drei Sekunden. Für den Livestream hat fal daraus zusätzlich H3 Max Director entwickelt: eine Version, die nicht immer wieder einzelne Clips ausgibt, sondern einen laufenden Videostream erzeugt, der sich währenddessen per Prompt steuern lässt.
Was man damit baut, ist schon ziemlich lustig. VIDEO AI ME LIVE ist beispielsweise ein komplett KI-generierter Teleshopping-Kanal. Schreibt man auf seiner Website in den Chat, erstellt das System daraus einen Werbespot und packt ihn direkt ins laufende Programm. Für 4,99 Dollar kann man sich sogar eine Minute Sendezeit kaufen. Link
Tools kurz & knackig:
Atlas — Ein KI-Assistent, der sich in Slack einklinkt und dort für das ganze Team sichtbar Fragen beantwortet, Aufgaben verfolgt und Kontext aus über 200 Tools wie Gmail, Notion oder Salesforce zieht.
LightReel — Durchsucht täglich rund 10.000 neue TikToks nach erfolgreichen Hooks und Formaten, damit Marketingteams keine Stunden mehr mit manuellem Scrollen verbringen.
tare — Bringt Claude Code dazu, seine eigenen Usage-Logs zu lesen und auf einfache Fragen zu antworten, warum das Token-Budget so schnell aufgebraucht war.
Kivicube — No-Code-Plattform, mit der sich Augmented-Reality-Erlebnisse per Drag-and-drop bauen lassen, ohne eine Zeile Code zu schreiben.

🍭🍬 Gemischte Tüte
📖 Must Reads:
Unsere Gemischte Tüte ist immer vollgepackt - in dieser Sektion kuratieren wir die aus unserer Sicht wichtigsten Links:
Anthropic bringt Claude Fable 5.1 und Mythos 5.1. Fable 5.1 ist das neue Topmodell für Coding und Wissensarbeit und soll bei typischen Aufgaben rund 25 Prozent günstiger sein als Fable 5. Mythos basiert auf demselben Modell, hat weniger Einschränkungen für sensible Bereiche wie Cybersecurity, ist dafür aber nur für ausgewählte Organisationen verfügbar. Link
Meta veröffentlicht Muse Spark 1.3. Das neue Modell ist vor allem für Programmierung und Aufgaben gebaut, bei denen die KI über längere Zeit selbstständig arbeitet. Es ist ab sofort über Metas Coding-Tool Muse Code und die Meta Model API verfügbar und soll deutlich besser programmieren als die vorherige Version. Link
Google veröffentlicht Gemini 3.8 Flash. Es ist bereits das dritte neue Flash-Modell innerhalb von sechs Wochen und soll besonders bei Coding und autonomen KI-Agenten deutlich besser geworden sein. Gleichzeitig erscheint mit Gemini 3.8 Flash Cyber eine spezielle Version für Cybersicherheit. Link
OpenAI beendet die Zusammenarbeit mit Cursor. Grund ist die Übernahme von Cursor durch SpaceX: OpenAI sagt, man könne nach früheren Vertragsverstößen von Elon Musks Unternehmen nicht sicher sein, dass die eigenen Modelle vertragsgemäß eingesetzt werden. Das ist bemerkenswert, weil Cursor zu OpenAIs größten Kunden gehörte. Link
🇪🇺 EU & Deutschland:
👩💻 Tech-News:
OpenAI hat Medienberichten zufolge zehntausende Mac minis und Mac Studios gekauft, um damit KI-Agenten für Computernutzung zu trainieren. Link
Der Mathematiker Terence Tao warnt, KI könnte mathematische Beweise schneller erzeugen, als Menschen dafür Intuition entwickeln können. Link
Dyson veröffentlicht eine KI-gestützte Zahnbürste mit integrierter Makrokamera mit 100.000 Pixeln für 499 US-Dollar. Link
OpenClaw veröffentlicht Version 2.0 des quelloffenen persönlichen KI-Agenten und vereinfacht die Installation ohne Terminal- oder API-Kenntnisse deutlich. Link
Anthropic sichert sich eine Kreditlinie über 15 Milliarden Dollar und verschiebt sein geplantes Börsendebüt auf Mitte Oktober. Link
Nvidia übernimmt die KI-Plattform Hugging Face für rund 13 Milliarden Dollar und will sie als offene Plattform weiterführen. Link
Google DeepMind veröffentlicht mit WeatherNext 3 ein Wettermodell, das stündlich aktualisierte Vorhersagen mit einer Auflösung von etwa 5 Kilometern liefert. Link
GE Appliances setzt KI-Kameras und Sensoren zur Fehlererkennung in Fabriken ein und schafft dabei 600 neue Arbeitsplätze in Georgia. Link
💻 Agentic Engineering:
Nous Research veröffentlicht Hermes Agent v0.21.0 mit dem Beinamen „Pantheon Release“. Link
🌍 Geopolitik & AI Race:
👷 Arbeitswelt:
New York City verbietet generative KI-Tools für Grundschul- und Mittelschüler für ein Jahr, betroffen sind über 600.000 Schüler. Link
🔐 AI Safety & Governance:
Ilya Sutskever warnt, dass Cloud-Anbieter für KI-Rechenleistung unzureichend gegen außer Kontrolle geratene KI-Agenten geschützt seien, und fordert stärkere Cybersicherheit. Link
Umfragen zeigen parteiübergreifende Ablehnung von Rechenzentren unter US-Wählern, während Bau-Gewerkschaften wegen neuer Arbeitsplätze deren Ausbau unterstützen. Link
Der Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhauses warnt in einem Bericht vor unvorhersehbaren „Black Swan“-Risiken durch KI, etwa für Waffenentwicklung durch Terroristen. Link
Bernie Sanders fordert ein Gesetz zum Verbot von KI-Superintelligenz, mit bis zu 20 Jahren Haft für Verstöße. Link
🏥 Health & Science:
OpenAI verbindet ChatGPT für Healthcare und ermöglicht autorisierten Kliniken den Zugriff auf Patientendaten direkt in ChatGPT. Link
🎨 Kreativ & Medien:
Das US-Justizministerium stellt sich im Streit zwischen OpenAI und der New York Times auf die Seite von OpenAI und erklärt das Training mit urheberrechtlich geschütztem Material für rechtmäßig. Link
Sony Music Publishing und Warner Chappell verklagen Anthropic wegen angeblich unerlaubter Nutzung von Zehntausenden Songs zum Training der Claude-Modelle. Link

🧂 Salty Memes:


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