🪤 Alex Karp und die neue Machtfrage der KI
PLUS: Claude Fable 5 ist zurück!
Wie versprochen haben wir neue Belohnungen für Empfehlungen, und wir haben uns dabei richtig Mühe gegeben.

Ab 5 Empfehlungen könnt ihr hier eure E-Mail-Adresse eingeben und die Peanuts Top 100 ansehen. Die hundert wichtigsten Personen für KI im Tradingcard-Stil. Alle X-Handles, warum die Personen wichtig sind und vieles mehr. Von uns kuratiert, mit einem größeren Fokus auf europäische Talente, die in internationalen Listen gerne mal übersehen werden. Genau wie die Tool-Liste haben wir neue Unterseiten erstellt, und auch wenn ihr eure Referrals vor 2 Jahren gemacht habt, sind diese nun gültig! Einfach die Subscriber-Adresse eingeben. Feedback ist mehr als willkommen!
Los geht’s!
Peanuts für heute:
🧠 Die Große Nuss: Warum Open Source KI plötzlich Chefsache wird
📊 Highlight: Claude Fable 5 ist wieder zurück
🛠️ Trai it Out: OpenSource Transkription auf dem eigenen Rechner


🪤 Alex Karp und die neue Machtfrage der KI
Fast alles, worüber wir bei Peantus berichten, sind Updates und News von den Closed-Source-Labs (OpenAI, Anthropic, Google). Dort gibt es die besten Modelle. Man muss sich auch nicht um Open Source, Hosting oder Infrastruktur kümmern. Für einen Newsletter gibt es hier am meisten zu erzählen.
Aber Alex Karp, der CEO von Palantir, hat jetzt mit einem Interview beim amerikanischen Nachrichtensender CNBC für Aufsehen gesorgt. Er erklärt dort ziemlich direkt, warum fehlende Open-Source-Alternativen für Unternehmen ein Problem werden können.
Und keine Sorge. Natürlich wissen wir, dass Karp hier seine eigene Dienstleistung verkauft. Aber das heißt nicht, dass sein Punkt falsch ist.
Was hat er gesagt?
Karps Punkt ist recht simpel. Wenn KI tief genug in ein Unternehmen eingebaut wird, kauft man nicht mehr einfach Software. Man entscheidet, wer tiefe Einblicke in die eigene Wertschöpfung bekommt. Im Zweifel jedes Detail und jedes Learning.
Ein Unternehmen nutzt ein KI-Modell irgendwann nicht mehr nur, um Texte zu schreiben oder Mails zusammenzufassen. Man gibt dem Modell Verträge, Kundengespräche, interne Tickets, Produktpläne, Code, Finanzmodelle und Entscheidungslogik. In diesen kleinen, wiederholbaren Abläufen, die erklären, warum eine Firma schneller verkauft, günstiger produziert oder bessere Entscheidungen trifft, stecken die wirklich wertvollen Informationen.
Karps Behauptung ist, dass Unternehmen diese Informationen gerade an die großen KI-Labs auslagern. Sie zahlen für Tokens, also für die Nutzung eines Modells. Dabei zeigen sie dem Anbieter, welche Aufgaben wichtig, welche Workflows teuer, welche Daten wertvoll sind und wo neue Produkte entstehen können.
Das ist der unbequeme Teil an Closed AI.
Damit das zum Problem wird, muss man nicht einmal davon ausgehen, dass diese Daten als Trainingsdaten genutzt werden. Das ist oft vertraglich ausgeschlossen. Aber Closed AI erzeugt Abhängigkeit und Informationsvorteile.
Cursor hat gezeigt, wie groß Coding mit LLMs werden kann. Danach kam Claude Code. Coding war ein sehr naheliegender KI-Use Case. Aber der Punkt bleibt. Wer die Plattform betreibt, sieht früher als andere, welche Produkte darauf funktionieren.
Bei Figma ist die Problematik noch greifbarer. Anthropic hatte mit Mike Krieger den eigenen Produktchef im Figma-Board. Kurz nach seinem Rücktritt kam Claude Design, ein Produkt für Prototypen, Slides und visuelle Assets. Genau dort liegt ein Teil von Figmas Kernmarkt. Die Aktie von Figma ist seitdem stark gesunken, und der CEO von Figma ist öffentlich angefressen über Anthropic.
Warum ist Open Source Teil der Antwort?
Wenn offene Modelle gut genug werden (und das werden sie), verändert sich die Machtbalance. Dann muss ein Unternehmen nicht jede wichtige Anfrage an Anthropic oder OpenAI schicken. Es kann Modelle selbst betreiben, mehrere Modelle austauschen, Daten im eigenen Umfeld halten und den Anbieter wechseln, wenn Preise, Qualität oder Politik nicht mehr passen.
Auch wenn die geschlossenen Modelle derzeit besser sind als Open-Source-Modelle, bleibt die Frage, wie lange das noch so sein wird. Ein Subreddit für lokal gehostete KI schätzt, dass man ein Modell wie Fable5 wahrscheinlich in etwa 2 Jahren selbst hosten kann.
Darum ist Open Source KI plötzlich kein Nischenthema mehr. Es geht nicht darum, ob Entwickler gerne offene Modelle nutzen. Es geht darum, ob Unternehmen ihre operative Intelligenz mieten oder behalten wollen.
Quellen: Karp CNBC-Interview

🛠 Trai it out:

June
Wenn wir uns in der großen Nuss schon so intensiv mit Open-Source-KI beschäftigen, wollen wir euch auch in diesem Abschnitt ein paar Vorschläge machen. Wir nutzen in unserer eigenen Arbeit sehr viel WisprFlow und schreiben so wenig wie möglich mit der Tastatur. Aber zu Recht fühlen sich viele unwohl, alle Details auf eine externe Plattform zu schicken. June ist eine All-in-one-KI-App für den Mac, die Chat, einen Agenten, Sprachdiktieren in beliebige Apps und automatische Meeting-Notizen in einer einzigen Oberfläche vereint. Alles bleibt auf dem eigenen Gerät, nichts wird in die Cloud geschickt. June ist komplett Open Source unter der MIT-Lizenz, also für alle frei nutzbar und veränderbar. Link
Tools kurz & knackig:
LCLM — Open-Source-Forschungsprojekt, das langen Kontext für KI-Agenten in kompakte Speicher-Chunks komprimiert und nur relevante Teile bei Bedarf auffaltet.
QuiverAI — Hat uns ein großes Industrieunternehmen gezeigt und wir waren sehr beeindruckt. Aus einer Skizze oder einem Text-Prompt direkt editierbare Vektorgrafiken (SVGs) generieren lassen.
Ownscribe — Transkribiert und fasst Zoom-, Teams- oder Meet-Calls lokal zusammen, sodass keine Gesprächsdaten das eigene Gerät verlassen.
AFK — Lokales Diktiertool für macOS, das per Tastendruck in jede App tippt und auch stundenlange Audio-Dateien offline transkribiert.
Mike — Open-Source-Alternative zu Harvey und Legora, mit der Juristinnen und Juristen Dokumente durchsuchen, Verträge entwerfen und Hunderte Dateien tabellarisch auswerten können.

🍭🍬 Gemischte Tüte
📖 Must Reads:
Unsere Gemischte Tüte ist immer vollgepackt - in dieser Sektion kuratieren wir die aus unserer Sicht wichtigsten Links:
OpenAI verhandelt mit Trump-Regierung über 5-Prozent-Beteiligung. Laut einem Bericht der Financial Times ist OpenAI in frühen Gesprächen, der US-Regierung einen Anteil von 5 Prozent am Unternehmen zu übertragen. Dem Bericht zufolge sollen weitere führende KI-Labs ähnliche Anteile abgeben, als Teil einer breiteren staatlichen KI-Strategie. Link
Anthropic bringt Claude Sonnet 5 mit stärkeren Agenten-Fähigkeiten. Das neue Modell erreicht 63,2 Prozent auf dem SWE-bench-Pro-Coding-Benchmark und soll nahezu die Qualität von Claude Opus 4.8 bei geringeren Kosten liefern. Sonnet 5 ist auf allen Abo-Stufen verfügbar, inklusive des kostenlosen Plans. Link
Anthropic reaktiviert Claude Fable 5 nach US-Exportkontrolle. Das Modell war am 12. Juni nach einer kurzfristigen Exportkontrollanordnung der US-Regierung für alle Nutzenden gesperrt worden. Seit dem 1. Juli steht Fable 5 weltweit wieder zur Verfügung, für bezahlte Abos jedoch nur bis zum 7. Juli (also Heute…) und mit einer Nutzungsobergrenze von 50 Prozent des regulären Kontingents. Link
👩💻 Tech-News:
OpenAI zeigt GPT-5.6 mit drei neuen Modellen (Sol, Terra, Luna), Start vorerst nur für Partner. Link
Meta baut Cloud-Business zum Verkauf von überschüssiger KI-Rechenleistung, konkurriert mit AWS und Azure. Link
Claude Sonnet 5 erreicht Opus-4.8-Nähe bei Agent-Tasks, kostet weniger pro Token aber ähnlich viel pro Aufgabe. Link
Microsoft gründet ebenfalls Frontier Company mit 2,5 Milliarden Dollar für KI-Engineering in Unternehmensproduktion. Link
Mira Murati und Thinking Machines trainieren mit Bridgewater Spezial-Modell für Finanzanalyse, 13,8x günstiger als Frontier-Modelle. Sehr lesenswerter Artikel! Link
Gemini-App generiert personalisierte Bilder kostenlos für US-Nutzende, nutzt KI-Verständnis statt expliziter Prompts. Link
OpenAis Codex zeigt rasante Adoption auch außerhalb von Engineering, Legal und Finance setzen es als Haupt-Tool ein. Link
DeepMind-Trio hinter Poker-KI verdient jetzt mit Quant-Hedgefonds. Link
Philosophie-Absolventinnen und Absolventen sind plötzlich begehrt bei KI-Unternehmen. Link
🌍 Geopolitik & AI Race:
👷 Arbeitswelt:
🔐 AI Safety & Governance:
🏥 Health & Science:
📈 Chart der Woche:
Sehr relevant für die große Nuss in dieser Ausgabe: Die besten Open-Source-Modelle kommen aus China.


🧂 Salty Memes:

Du hast Fragen, Anmerkungen oder brauchst unsere Hilfe?
Schreib uns einfach an:
[email protected]

Bis zur nächsten Ausgabe!
